Steinigung

Pouran Farrokhzad

Traurig dreht sich

der Mond über mir

Sterne stürzen

in großen Brocken herab

ich steige

hinunter in das Loch

in dem gestern

eine Frau, die liebte, gesteinigt haben

 

Rinnsale Blutes

haben sich mit Erde vermischt

Ein scheuendes Pferd

wiehert in meinem Kopf

Schwarz wird mir vor Augen

 

Blut und Erde – ihr Geruch

ist von einem letzten Atemzug

durchdrungen

 

Wut und  Gewalt

ein wilder, hungriger Sturm

heulen in meinen Ohren

Die Hand vor die Augen gepresst

sage ich Hüa

zu dem dummen Pferd der Flucht

 

Und immer noch

rinnt Blut

Tropfen für Tropfen

aus den großen Augen des Mondes

auf das Grab einer liebenden Frau

 

die erst gestern gesteinigt wurde

 

Deutsche Übersetzung von Nahid Bagheri-Goldschmied

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